A A A

Lostplaces Fotografie in Ost Deutschland

Der Besuch von Lost Places ist seit geraumer Zeit ein Trend geworden an dem sich die Geister scheiden. Immer wieder steht die berechtigte Angst im Raum, dass diese verlassenen Orte - lostplaces- von Vandalen endgültig ruiniert werden oder als Müllkippen genutzt werden. Trotzdem fnden dort immer interessante Veränderungen statt. Ein Großteil der gesprühten Graffitis sind unglaublich kunstvoll. Man findet auch Installationen einzelner Künstler. Neben der Freude an diesen Veränderungen konzentriere ich mich beim Besuch dieser Orte auf fotografische Aspekt und recherchiere aber auch gern geschichtliche Hintergründe.

Radarturm Weesow

 Flughafen Werneuchen - Radarturm Weesow (Jagdschloss Z)

 

Der Radarturm, am Ortsausgang von Weesow, gehörte zur Luftüberwachung / Luftaufklärung für den Großraum Berlin (Flugplatz Werneuchen) und war der Erprobungsstelle für bodengestützte Radaranlagen zugeordnet. Hier wurden unter anderem sogenannte Panorama-Funkmessgeräte (Propeller) der Firma Lorenz erprobt. Die technische Anlagen FuMG 404 (Jagdschloss Antenne mit aufgesetztem Schlitzstrahler des Kulmbach) wurden bis kurz vor Kriegsende betrieben. Die Reichweite betrug 100 km im Umkreis, bis zum Kriegsende konnte diese noch erweitert werden. Die gesamte Anlage wurde durch die "Rote Armee" erbeutet.

Der Turm ragt heute über die Baumwipfel heraus und ist in meinen Augen ein sehr interessanter lostplaces.

Eckdaten: 40m hoher Radarturm | ein konischer Stahlbetonbau | errichtet 1943

 

Kaserne in Basdorf

In Brandenburgs Wäldern:

Ehemalige Basdorfer Polizeikaserne im Barnim

Bevor das Gelände zu einer Wohnanlage (Volumina 15,9 Millionen Euro) umgewandelt wird, bin ich noch einmal hingefahren um mindestens die Strukturen abzulichten. Schlussendlich muss ich resümieren, dass es sich um eine große Baustelle handelt. Hier und da findet man noch ein paar Motive. Die alten Baracken sind als Bausubstanz gut erhalten jedoch innen vollkommen ohne Charme. Man sieht schnell, dass hier, nach Wendezeiten, kräftig Geld reingesteckt wurde um die Gebäude funktional zu gestalten. Das ganze Gelände war eben eine Kaserne der Kasernierten Volkspolizei, der Volkspolizei Bereitschaft und schlussendlich die Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg.

Vor dem zweiten Weltkrieg dienten die Baracken als Zwangsarbeiter Lager für die Brandenburger Motorenwerke (Bramo) als auch für die Zühlsdorfer Motorenwerke (Zühmo). Der Dichter und spätere Chansonnier Georges Brassens war hier im Rahmen der STO (Service du travail obligatoire - Pflichtarbeitsdienst) von 1943- 1944 untergebracht. Ich bin gespannt ob an diesen Teil der Geschichte, in diesen neuentstehenden Basdorfer Gärten, gedacht und erinnert wird.

Marinefunkleitstelle "Koralle"

Die Ruinen der Marinefunkleitstelle "Koralle"

In Brandenburgs Wäldern:

Vor meiner "Entdeckung" der Anlage Koralle habe ich mir fälschlicherweise das Geländer der 41. Fla Raketenbrigade "Hermann Duncker" angesehen. Beide Areale liegen im großen Waldstück zwischen Lanke, Bernau, Ladeburg und Lobetal. Das spannendere Gelände ist mit Abstand die Anlage "Koralle" - das Führungszentrum des Oberkommandos der Kriegsmarine (OKM). Bis zu 1500 Wehrmachtsangehörige und Zivilisten waren 1944 hier beschäftigt. Die Anlagen sollen kurz vor dem Kriegsende von einem deutschen Pioniertrupp gesprengt worden sein. Genau belegbar ist das alelrdings nicht. Beim Hochbunker soll es sich um einen Truppenbunker des Typs T750 handeln. Der Hochbunker und der Flakbunker sind Ruinen die man teilweise begehen kann. Sicheres Schuhwerk und Kleidung sollte man tragen, denn überall ragen Beton und Stahlarmierungsreste heraus.

Sendemast Zehlendorf

Zehlendorf - Funksendestelle Rehmate

Am Sonnabend den 25.03.2017 soll der Sendemast gesprengt werden. Damit endet auch ein weiteres Stück Rundfunk-Geschichte.

"Zehlendorf ist seit 1936 Standort von Sendeeinrichtungen.Damals wurde anlässlich der Olympischen Sommerspiele 1936 in Zehlendorf eine Kurzwellensendeanlage für den festen Funkdienst errichtet. Diese Anlage, die bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs als „Funksendestelle Rehmate“ bezeichnet wurde, verfügte über 26 verschiedene Antennen. 1945 wurde die Funksendestelle Rehmate von der sowjetischen Besatzungsmacht als Reparationszahlung – bis auf drei Antennenträger aus Holz – demontiert. Zwei der nicht demontierten Antennenträger lieferten das Baumaterial für den 100 Meter hohen Sendeturm des Senders Golm in Golm, der 1948 errichtet und 1979 abgerissen wurde.

Im Jahre 1952 wurde beschlossen, am Standort der einstigen Funksendestelle Rehmate den zentralen Langwellensender der DDR zu errichten. Die Inbetriebnahme des Senders erfolgte 1955. Zwischen 1956 und 1958 wurde eine Dreieckflächenantenne an drei 150 Meter hohen, gegen Erde isolierten und abgespannten Stahlfachwerkmasten installiert.

Reste eines Funktionsgebäudes
In Brandenbuger Wälder:

Ruinen auf dem Gelände der 41. Fla Raketenbrigade "Hermann Duncker"

Die Anlage wurde von der NVA zur Flugabwehr gebaut. Die Bauzeit betrug gut 6 Jahre von 1983 - 1986. Ein Bunker gehörte auch dazu, dieser wurde bis 1991 von der Bundeswehr benutzt aber danach abgebaut und verschlossen.

Rote Brücke

Rote Brücke Rote Brücke Rote Brücke Rote Brücke Rote Brücke Rote Brücke Rote Brücke Rote Brücke Rote Brücke